Höhensiedlung auf dem Hohenberg
Urnenfelderzeit
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Beschreibung
Erste nachgewiesene befestigte Höhensiedlung der Urnenfelderzeit in der Pfalz, auf dem Gipfel des Hohenbergs über dem Ausgang des Queichtals; zwei Wallterrassen umschließen etwa 2,5 ha.
Steckbrief
- Anlagentyp
- Höhensiedlung
- Gemeinde / Gemarkung
- Annweiler am Trifels, Birkweiler
- Landkreis
- Landkreis Südliche Weinstraße
- Land / Kanton
- Rheinland-Pfalz
- Topographische Lage
- Bergkuppe
- Naturraum
- Pfälzerwald (Wasgau), Ausgang des Queichtals in die Rheinebene
- Vorwälle / Annexe / Vorburg
- Zwei umlaufende „Wallterrassen“ (7–10 m breit, nur wenige Dezimeter hohe Wallschüttung mit grabenartiger Einkehlung innen), die zugleich Gebäudezeilen trugen; am Südende ein etwa 120 m langer Annexwall; außerhalb des Ringwalls Wohnpodien auf etwa 1 ha.
- Nutzungsphasen
- Keramik der älteren und mittleren Urnenfelderzeit (Ha A, ca. 1200–1050 v. Chr.); Wallterrassen wohl in Ha B1 angelegt; Besiedlung bis zum Ende von Ha B3 (Wende 9./8. Jh. v. Chr.). 14C-Datum aus Brandresten 972–834 v. Chr. (2 Sigma); ein übergreifendes Brandereignis markiert vielleicht das Ende der Besiedlung auf den Wallterrassen.
- Koordinaten
- 49.20267 N, 8.00506 E
Literatur
- Marc Bentz, Frank Falkenstein, Christoph Herbig, Ulrich Himmelmann, Christof Kneisel, Stephanie Mildner, Nils Ostermeier: Der Hohenberg zwischen Annweiler und Birkweiler in der Südpfalz. Ausgrabungen und Prospektionen in einer befestigten Höhensiedlung der Urnenfelderzeit. In: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 115, 2018, S. 11–81. PDF
Weblinks
Weitere Angaben (14)
- Höchster Punkt
- 552 m ü. NHN
- Höhe über Umland/Tal
- 400 m
- Geologie
- Buntsandstein
- Anzahl Wall-/Mauerlinien
- 2
- Innenfläche
- 2,5 ha
- Gesamtfläche mit Umwehrung
- 3,5 ha
- Anzahl Tore
- 1
- Zugänge – Anmerkung
- Torsituation an der Nordspitze: der äußere Ringwall knickt in zwei bis zu 10 m lange Torwangen ein, zwei Altwege führen darauf zu; Brandreste in der Torgasse deuten auf einen hölzernen Torbau. Ein mögliches Tor im Südosten ist durch einen Forstweg zerstört.
- Befunde im Innenraum
- Terrassierte Gebäudestellen, z. T. im Brand zerstört; Pfosten- und Siedlungsgruben, Steinsetzungen als Schwellbalkenunterbau.
- Podien / Terrassen
- ja
- Datierungsgrundlage
- Ausgrabung, 14C, Typologie / Analogie
- Ausgrabungen
- 2014 Entdeckung durch einen lizenzierten Sondengänger (S. Stein) und erste Grabung (ehrenamtliches Team); 2016 und 2017 Grabungen der GDKE, Außenstelle Speyer, und Universität Würzburg; DFG-Projekt.
- Prospektion
- LiDAR / ALS, Geomagnetik, Geoelektrik, Metalldetektor, Topographische Aufnahme
- Wichtige Funde
- Urnenfelderzeitliche Bronzen (Armringe, Beile, Sicheln, Lanzen- und Pfeilspitzen, Lappenbeile), eine Rohkupferdeponierung, Siedlungskeramik, Brandlehm, Reibsteine.
Quellen der Geodaten
- Geländemodell: © GeoBasis-DE / LVermGeo RLP – geladen und berechnet im Browser über hillsha.de
- Luftbild: © GeoBasis-DE / LVermGeo RLP, dl-de/by-2-0
- Steckbrief: zusammengestellt aus der genannten Literatur; nicht aufgeführte Angaben sind unbekannt.