Oppidum Amöneburg

Mittel-/Spätlatènezeit

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Luftbild: © HVBG

Beschreibung

Basaltkegel der Amöneburg weist schon Siedlungsspuren aus dem Neolithikum (ca. 5.500 – 2.200 v. Chr.) auf. Funde belegen weitestgehend die Annahme eines befestigten spätkeltischen Oppidums. Es wird zu den am nördlichsten liegenden Oppida gezählt. Heute fast vollständig überbaut mit der Stadt Amöneburg und den Ruinen der Burg Amöneburg, möglicherweise noch den Sporn mit der heutigen mittelalterlichen Ruine der Wenigenburg im Süden einschließend. Funde von einer Goldmünze, Silbermünzen vom Typ Forrer 352 und Forrer 350 und einer Potinmünze. Funde sind im Museum Amöneburg ausgestellt, deren Abteilung zur Eisenzeit 2022 neu konzipiert wurde. Im Mittelpunkt stehen das Oppidum auf der Amöneburg und der umfangreiche Münzschatz aus Mardorf von der sogenannten Hunnenburg – die Regenbogenschüsselchen vom Goldberg. Durch die spätere Überbauung kaum Strukturen nachweisbar. Mögliche zuordenbare Wallreste im Süden in den Reliefdaten noch sichtbar. Damit würde das befestigte Oppidum etwa eine Fläche von mehr als 12 ha eingenommen haben. Ausgrabungen: Südsattel und Südhang: in den 1920er Jahren durch Roland Schröder; Otto Uenze (1940er/1950er Jahre) und Rolf Gensen (um 1970): Hausgrundrisse mit verkohlten Bodendielen an der Hangseite, Pfostenlöcher sowie spätlatènezeitliche Keramik und Kleinfunde (Fibeln usw.). 1982 bis 1985 großflächige Untersuchungen im Rahmen eines DFG-Projektes des Vor- und Frühgeschichtlichen Seminars der Uni Marburg (Otto-Hermann Frey, Hans-Joachim Weißhaar) in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Denkmalpflege (Außenstelle Marburg): 20 Häusergrundrisse auf Wohnpodien, Keramik-Scherbennester, Nachweis der Brandzerstörung. (Text: Wikipedia, „Liste vor- und frühgeschichtlicher Wallanlagen in Hessen“, CC BY-SA 4.0)

Steckbrief

Anlagentyp
Oppidum
Gemeinde / Gemarkung
Amöneburg, Berg Amöneburg
Landkreis
Landkreis Marburg-Biedenkopf
Land / Kanton
Hessen
Nutzungsphasen
Zeitstellung laut Liste: Späte Latènezeit.
Koordinaten
50.79733 N, 8.92187 E

Literatur

  1. Rolf Gensen: Beobachtungen zur Lage und Umgebung des Oppidums Amöneburg, Kr. Marburg. In: Festschrift Wolfgang Dehn, 1969, S. 20 ff
  2. Silbermünze mit Pferdemotiv (2017), Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, Philipps-Universität Marburg; abgerufen am 17. März 2022 online
  3. H.-J. Weißhaar: Ausgrabungen auf der Amöneburg. In: O.H. Frey, H. Roth (Hrsg.): Studien zu Siedlungsfragen der Latènezeit. Veröffentlichungen des Vorgeschichtlichen Seminars Marburg, Sonderband 3, Marburg 1984, S. 65–88
  4. H.-J. Weißhaar: Zur latènezeitlichen Besiedlung auf der Amöneburg. In: Beiträge zur Eisenzeit. Kleine Schriften aus dem Vorgeschichtlichen Seminar Marburg, Band 19, Marburg 1986, S. 27–36
  5. Rolf Gensen: Die eisenzeitlichen Befestigungen in Hessen. In: Albrecht Jockenhövel (Hrsg.): Ältereisenzeitliches Befestigungswesen zwischen Maas/Mosel und Elbe. Internationales Kolloquium Münster 1997. Veröffentlichungen der Altertumskommission für Westfalen XI., Münster 1999, S. 81–98

Weblinks

Quellen der Geodaten

  • Geländemodell: © HVBG – geladen und berechnet im Browser über hillsha.de
  • Luftbild: © HVBG, dl-de/zero-2-0
  • Steckbrief: zusammengestellt aus der genannten Literatur; nicht aufgeführte Angaben sind unbekannt.