Ringwallanlage Herrnwäldchen (Ringwallanlage Selters-Haintchen)

Mittel-/Spätlatènezeit

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Luftbild: © HVBG

Beschreibung

Erst vor wenigen Jahren gefundene nahezu quadratische Ringwallanlage, etwa 10 bis 13,0 ha groß und 1380 m Wallumfang, auf der markanten Kuppe des Herrnwäldchens (in der Literatur tw. fälschlich als Herr e nwäldchen bezeichnet und der Anhöhe des Herrnwaldes vorgelagert) westlich von Haintchen an der Gemarkungsgrenze zu Eisenbach über dem südlich vorbeifließenden Eisenbach und nördlich durch die Hessenstraße (L3449) begrenzt. Die Wallbereiche vor allem im Norden und Nordosten noch gut zu erkennen. Vermutlich im Osten mit Vorwall. Ein mittlerer Wall von Osten nach Südwesten teilt die Anlage, der südliche Teil mit 4,3 ha deutlich kleiner. 2019 durch den schon 90 Jahre alten Fund eines latenezeitlichen Unterstempels zur Münzprägung bekannt geworden. Damit wurde die konvexe Vorderseite von „Regenbogenschüsselchen“ geprägt, deutlich ist der Dreibein (triquetrum) des Staters erhalten; diese Münzform wurde meist auf dem Dünsberg (Gold-Silber Legierungen) hergestellt und verwendet. Die erzreiche Landschaft war in der Spätlatènezeit ein Zentrum der Erzgewinnung und -verarbeitung. Zahlreiche Verhüttungs- und Schmiedestätten in und um die Wallanlage sind nachgewiesen. Parallelen zur nur 8,5 km östlich liegenden Anlage bei Rohnstadt. Der Bergbau wurde bis in die Neuzeit fortgesetzt. Fund einer keltischen Glasperle: Gitternetzperle aus dunkelpupurfarbigem Glas mit weißen, kreuzförmig gelegten Fäden, Keramikfunde stark verrollt, darunter aber noch typische Vertreter der Drehscheibenware und großer dolienartigen Vorratsgefäße sowie mit Kanneluren und Besenstrichen verzierte Grobkeramiken. Gelände ist stark mit Munitionsresten aus der Sprengung eines Munitionsdepots gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kontaminiert. (Text: Wikipedia, „Liste vor- und frühgeschichtlicher Wallanlagen in Hessen“, CC BY-SA 4.0)

Steckbrief

Anlagentyp
Ringwall
Gemeinde / Gemarkung
Selters-Haintchen, Burghölle, Herrnwäldchen
Landkreis
Landkreis Limburg-Weilburg
Land / Kanton
Hessen
Nutzungsphasen
Zeitstellung laut Liste: Latènezeit LT D1.
Koordinaten
50.35909 N, 8.28834 E

Literatur

  1. Sabine Schade-Lindig, David Wigg-Wolf: Der Münzprägestempel eines Triquetrumstaters aus Selters-Haintchen, in: Landesamt für Denkmalpflege Hessen: Hessen-Archäologie 2020 (2021), Theiss-Verlag, Darmstadt 2021, ISBN 978-3-8062-4286-7. S. 120–125
  2. 2023/2024: Fläche und Umfang vermessen nach den aktuellen Geodaten mit Hilfe des Wind-Altlas Hessen
  3. Kelten. Land. Hessen. Archäologische Spuren im Herzen Europas, Verlag Schnell und Steiner, Wiesbaden / Mainz / Merzig 2022, ISBN 978-3-7954-3707-7. S. 170 f
  4. Auf den Spuren der Kelten vom 3. Dezember 2022 auf mittelhessen.de; abgerufen am 25. September 2023 online

Weblinks

Quellen der Geodaten

  • Geländemodell: © HVBG – geladen und berechnet im Browser über hillsha.de
  • Luftbild: © HVBG, dl-de/zero-2-0
  • Steckbrief: zusammengestellt aus der genannten Literatur; nicht aufgeführte Angaben sind unbekannt.