Rübengarten

Frühmittelalter

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Luftbild: © GeoBasis-DE / LVermGeo RLP

Beschreibung

Ringwallanlage auf einem flachen Bergsporn beim alten Forsthaus Rübengarten, mit gut 2,7 ha eine der größten Befestigungen des Wildenburger Landes. Drei Ringe: ein mächtiger Außenwall mit Graben (A), ein mittlerer Wall mit Mörtelmauer im Kern (D, (früh-)mittelalterlich) und eine stark verschliffene innere Terrassierung (E), dazu zwei Verbindungswälle. 1933 von Hans Kruse ergraben, die Ergebnisse blieben unveröffentlicht.

Steckbrief

Anlagentyp
Ringwall mit Vorburg
Weitere Namen
Burgberg (Flurname)
Gemeinde / Gemarkung
Friesenhagen
Landkreis
Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Land / Kanton
Rheinland-Pfalz
Topographische Lage
Bergsporn
Naturraum
Wildenburger Land, Wisserbachtal nahe der Landesgrenze zu NRW; Talweg zwischen Siegtal und nördlicher Mittelgebirgszone (Zubringer zum Hellweg)
Vorwälle / Annexe / Vorburg
Drei Befestigungsringe: Außenwall A umschließt die beiden inneren, spiralförmig nach Norden auslaufenden Wälle (D, E). Am Sattel im Südosten (Hauptangriffsseite, Anschluss an den Höhenzug zwischen Stentenbach und Friesenhagen) ist A am stärksten, an den Flanken nur noch als Terrassierung erkennbar. Zwischen A und D im Süden zwei Verbindungswälle (B, C), wohl nachträglich an D angesetzt. Von Uslar (1964) sieht in A die Vorburg der mittelalterlichen Kernanlage D.
Nutzungsphasen
Ring E gilt als ältester Teil; Kruse vermutete einen eisenzeitlichen Vorgänger, ob E eisenzeitlich oder frühmittelalterlich ist, bleibt offen. Wall D mit Mörtelmauer im Kern: (früh-)mittelalterlich, nach Kruse karolingisch, nach von Berg nachkarolingisch (wohl ottonisch). Verbindungswälle B und C jünger als D. Außenwall A scheint nach dem DGM den Verbindungswall B zu schneiden und wäre dann der jüngste Teil – unsicher.
Koordinaten
50.86480 N, 7.77526 E

Literatur

  1. Schäfer, Daniel: Die Wallanlage Rübengarten bei Friesenhagen nach Grabungsergebnissen Hans Kruses, S. 115–123
  2. Berg, Axel von: Friesenhagen. Die Burganlage auf dem Burgberg, in: H.-H. Wegner (Bearb.), Der Westerwald (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 26), Stuttgart 1993, S. 116–118
  3. Bitterauf-Remy, M. / Busley, J. / Neu, H.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Altenkirchen (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 16,1), Düsseldorf 1935, S. 106
  4. Oelmann, F.: Friesenhagen, in: Bonner Jahrbücher 136/137, 1932, S. 333
  5. Uslar, Rafael von: Studien zu frühgeschichtlichen Befestigungen zwischen Nordsee und Alpen (Beihefte der Bonner Jahrbücher 11), Köln 1964, S. 152
  6. Brachmann, Hansjürgen: Der frühmittelalterliche Befestigungsbau in Mitteleuropa, Berlin 1993, S. 225 Nr. 255

Weblinks

Weitere Angaben (14)
Wasser – Anmerkung
Der Sporn wird westlich und östlich von zwei kleinen Bächen umflossen, die bald in den Wisserbach münden.
Anzahl Wall-/Mauerlinien
3
Konstruktion
Erdwall, Holz-Erde-Mauer, Mörtelmauer
Anzahl Gräben
1
Gesamtfläche mit Umwehrung
2,7 ha
Grundriss
oval
Zugänge – Anmerkung
Lage der Tore nicht sicher bestimmbar; möglicherweise an den heutigen Wegedurchbrüchen oder an der Nordwestflanke. Von Berg (1993) nimmt ein Tor im Süden an.
Befunde im Innenraum
Zwei annähernd quadratische Eintiefungen (Strukturen 1 und 2) am Rand von Ringwall D, wohl Reste der Innenbebauung (Turmbauten?). Eine größere, weniger deutliche Eintiefung innerhalb des inneren Walls (Struktur 3). Innerster Ring E ist eine stark verschliffene ovale Terrassierung, die von Wall D teilweise überformt sein könnte.
Datierungsgrundlage
Ausgrabung, Typologie / Analogie
Ausgrabungen
1933 Hans Kruse (Siegerlandmuseum): sieben Schnitte – 1–3 im Außenwall A, 4 und 5 an Wall D (Mörtelmauer angetroffen), 6 an Verbindungswall B (Erdwall), 7 am Nordende von A (Schotterwall, kein Graben). Schnitt 1: 16 m langer Querschnitt, Erdwall mit Hinweisen auf Holzschalung bzw. Holz-Erde-Mauer, ursprünglich gut 4 m breit, vorgelagerter Graben über 4 m breit und ca. 2,5 m tief; Grabensohle bis Wallscheitel heute 4,5 m. Schnitt 3: Lagen länglicher Schottersteine, vielleicht von einer Trockenmauerfront. Nie publiziert; Unterlagen (Fotos, Notizen, Zeichnungen) im Stadtarchiv Siegen, Bestand Stadt Siegen D Nr. 1608, ausgewertet von Schäfer.
Prospektion
LiDAR / ALS, Begehung
Wichtige Funde
Aus der Grabung keine Funde überliefert. Zahlreiche Sondengängerlöcher an den Wällen; diese Funde gelten als verschollen.
Erhaltungszustand
mäßig
Bewuchs / Nutzung
Wald

Quellen der Geodaten

  • Geländemodell: © GeoBasis-DE / LVermGeo RLP – geladen und berechnet im Browser über hillsha.de
  • Luftbild: © GeoBasis-DE / LVermGeo RLP, dl-de/by-2-0
  • Steckbrief: zusammengestellt aus der genannten Literatur; nicht aufgeführte Angaben sind unbekannt.
  • Gemeinde und Kreis: © BKG (2026) dl-de/by-2-0, Datenquellen (VG250, wo nicht aus der Literatur)