Wallanlage Sieburg
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Beschreibung
Hochplateau-Wallburg mit einer Fläche von etwa 153 ha und 5 km Umfang, fast vollständig von der Weser umschlossen, mit steilen Hängen gesichert und nur im Süden einfach begehbar. Hier zwei den Zugang verschließende Wallabschnitte nördlich des Quellbereiches des Baches Wettehageborn . Der längere, nördlichere, schließt das Plateau von West nach Ost auf einer Länge von etwa 860 Metern komplett ab. Er ist aber nur noch in Teilen erhalten. Der südlichere etwa 1/4 km davor liegende Wallabschnitt ist nur etwa 230 m lang, stößt östlich an den tieferen Bacheinschnitt und hört nach Westen etwa 140 m vor der Hangkante abrupt auf. Vermutet wird, das dieser freie Bereich als Zugang diente. Größte Ausdehnung West-Ost und Nord-Süd der etwa birnenförmigen Wallanlage etwa jeweils 1,5 km. Über 20 Hügelgräber der Mittleren Bronzezeit (dabei die Hälfte außerhalb der Sieburg). Die beiden Wallanlagen (einst als Hünengraben bezeichnet) Reste einer Holz-Stein-Erde-Mauer. Johann Christian Conradi 1722 und Professor Reinhard Suchier 1879 wollen noch Wallanlagen (besonders nach Westen) an den westlichen Plateaurändern erkannt haben. Carl Schuchhardt führt die Anlage 1902 in seinem Atlas vorgeschichtlicher Befestigungen in Niedersachsen auf. 1906 listet Wilhelm Lange die Sieburg unter Steinringwälle der Latènezeit . 1976 nur als mittelalterliche Fliehburg gekennzeichnet, wird sie 1986 von Irene Kappel als Ringwallanlage ohne datierbare Funde wieder als vorgeschichtlich vermutet. 1990 wird vom damaligen Bezirksarchäologen Klaus Sippel ähnliches vermutet, wobei er seinen Ansatz auf die immense Größe der Anlage beruft. Nur ein Jahr später wird die Sieburg von Fritz-Rudolf Herrmann ins frühe Mittelalter gesetzt und den Kämpfen Karls des Großen in den Sachsenkriegen zugewiesen. Dem schließt sich Sippel 2002 an. 2017 wiederum wird versucht aufzuzeigen, dass zeitlich die Sachsenkriege und eine fehlende Erwähnung in Urkunden für eine so große Anlage nicht passen und in Zusammenhang mit den bronzezeitlichen Hügelgräbern zu sehen seien und die Wallbebauung der Keltenzeit zuzuordnen wäre. Archäologische Funde bzw. publizierte Untersuchungen liegen zur Sieburg Stand 2025 nicht vor. Der Eco-Pfad Archäologie Sieburg führt im Westen und Süden über und durch die Anlage. (Text: Wikipedia, „Liste vor- und frühgeschichtlicher Wallanlagen in Hessen“, CC BY-SA 4.0)
Steckbrief
- Anlagentyp
- Wallanlage (unbestimmt)
- Gemeinde / Gemarkung
- Gutsbezirk Reinhardswald, nördlichste Teil, östlich Bad Karlshafen
- Landkreis
- Landkreis Kassel
- Land / Kanton
- Hessen
- Nutzungsphasen
- Zeitstellung laut Liste: unklar (Bronzezeit, Latènezeit, Frühmittelalter).
- Koordinaten
- 51.64372 N, 9.48101 E
Literatur
- Carl Hessler (Hrsg.): Hessische Landes- und Volkskunde, Band 1. Darin: Dr. Wilhelm Lange: Hessen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit, S. 312 f
- Udo Schlitzberger, Klaus Fröhlich: Römer im Chattenland: Spuren römischer Präsenz in Nordhessen, darin: Exkurs: Die Sieburg - Segestesburg?, Euregio-Verlag, Kassel 2017, ISBN 978-3-933617-66-8. S. 70–78
- Udo Schlitzberger, Klaus Fröhlich: 28. Die Sieburg bei Bad Karlshafen. Ein Archäologisches Rätsel an Hessens Nordspitze, in: Keltenzeit im Norden Hessens, Euregio Verlag, Kassel 2022, ISBN 978-3-933617-94-1. S. 123–133
Weblinks
Quellen der Geodaten
- Geländemodell: © HVBG – geladen und berechnet im Browser über hillsha.de
- Luftbild: © HVBG, dl-de/zero-2-0
- Steckbrief: zusammengestellt aus der genannten Literatur; nicht aufgeführte Angaben sind unbekannt.