Wallanlage Steeden ( Wallanlage auf dem Herrenplatz , Wallburg Herrenplatz )
Vorrömische Eisenzeit
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Beschreibung
Abgegangene Wallanlage (durch Kalksteinbruch in den 1950er Jahren völlig abgetragen und mit Wasser gefüllt) auf dem sogenannten Herrenplatz ; die Reste der ehemals auf dem Hochplateau liegenden und nach Westen über eine Felswand gesicherten offenen halbkreisförmigen Wallanlage waren Karl August von Cohausen bekannt und wurden von ihm nach Untersuchungen und Grabungen ansatzweise beschrieben. Der bogenförmige mit Steinen vermischte Erdwall war auf der Nordseite 15 m breit und 3 m hoch, auf der Ostseite nur 12 m breit und auf der Südseite nur mehr als Geländestufe wahrzunehmen. Neben Tierknochen wurden Gefäßfragmente großer Gefäße (bis 50 cm Durchmesser) mit Verzierungen und kleinere Schalenfragmente (bis ca. 25 cm Durchmesser) gefunden. Die beschriebenen Schnurverzierungen würde man heute vermutlich der Schnurbandkeramik zuordnen. Ca. 450 m östlich außerhalb der Anlage wurden Reste eines Wohnplatzes ergraben. Am Berg darunter befanden sich die heute ebenfalls nicht mehr vorhandenen Höhlen „Wilde Scheuer“ (auch „Wildscheuer“) und „Wildes Haus“ als bedeutende Steedener Fundplätze des Jungpaläolithikums. Knapp 1 km nördlich liegen die Reste eines schon 1859 erkannten Megalithgrabes, in dem die sterblichen Überreste von fast 200 Menschen lagen (Ausgrabung 1961). Die Funde auf dem Gelände der Wallanlage am Herrenplatz werden zeitlich vom Neolithikum bis zur Rössener Kultur und dann wieder in die Hallstatt- bis Latènezeit datiert, in die auch die Wallanlage zugeordnet wird, obwohl kein Grabensystem zugehörig war. (Text: Wikipedia, „Liste vor- und frühgeschichtlicher Wallanlagen in Hessen“, CC BY-SA 4.0)
Steckbrief
- Anlagentyp
- Wallanlage (unbestimmt)
- Gemeinde / Gemarkung
- Runkel-Steeden, Herrenplatz
- Landkreis
- Landkreis Limburg-Weilburg
- Land / Kanton
- Hessen
- Nutzungsphasen
- Zeitstellung laut Liste: Latènezeit.
- Koordinaten
- 50.42018 N, 8.12675 E
Literatur
- Karl August von Cohausen: Die Nachgrabungen in der alten Wallburg und den Höhlen bei Steeten an der Lahn. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 13, Wiesbaden 1874, S. 379–389 besonders S. 387 online
- Karl August von Cohausen: Die Höhlen und die Wallburg bei Steeten an der Lahn. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 15, Wiesbaden 1879, S. 323–342
- Albrecht Jockenhövel, Fritz-Rudolf Herrmann: Die Vorgeschichte Hessens. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8062-0458-6. S. 288, 324, 471
- Altes Schularchiv der Grundschule Steeden
- Landesmuseum Wiesbaden, Sammlung Steedener Höhlen
- Verschiedene Akten des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden Steeden betreffend
- Gemeindearchive der Selbständige Evangelisch-Lutherische Zionsgemeinde Steeden sowie der Evangelisch-Lutherische Immanuel-Gemeinde Steeden
- Corpus Traditionum Fuldensium (1724) und Codex Diplomaticus Fuldensis (1850)
Weblinks
Quellen der Geodaten
- Geländemodell: © HVBG – geladen und berechnet im Browser über hillsha.de
- Luftbild: © HVBG, dl-de/zero-2-0
- Steckbrief: zusammengestellt aus der genannten Literatur; nicht aufgeführte Angaben sind unbekannt.